Tagungen

Christliche Friedensarbeit hat Geschichte.

Zeitgeschichtliche Tagung zu 50 Jahre Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden vom 28.3. bis 29.3.2019 in Bonn

Kooperationsveranstaltung der AGDF, der Friedrich-Ebert-Stiftung, der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kirchliche Zeitgeschichte, der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft, des Instituts für soziale Bewegungenund des Arbeitskreises Historische Friedens- und Konfliktforschung
Die AGDF - Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden - begeht 2018 und 2019 50jähriges Jubiläum ihrer Gründung 1968/69. Mit dieser zeitgeschichtlichen Tagung wollen wir die Geschichte von AGDF und Mitgliedern im historischen Kontext mit ausgewählten Schwerpunkten beschreiben, Erfahrungen aus 50 Jahren christlicher Friedensarbeit nachvollziehen und reflektieren. Dieser Rückblick dient der Selbstvergewisserung und Überprüfung und wir erhoffen uns Klärung und Inspiration für das Friedens- und ökumenische Engagement heute. Wir laden Euch und Sie ein, sich anregen zu lassen von den Erfahrungen von Akteur*innen aus diesen fünf Jahrzehnten und dem reflektierenden Blick von Wissenschaftler*innen zu einer spannenden Auswahl von Themen und Fragestellungen.
Im Anschluss an die Tagung 29.3.,13:30-15 Uhr:  Workshop für Archivare und Geschichtsinteressierte.

Programm:
Donnerstag, 28.3.2019
13:30 Ankommen
14:00 Begrüßung, Kennenlernen
Die Geschichte der AGDF - Ein fokussierter Überblick Impulsreferat Jannis Gebken (Vorstand ICJA)
15:45 Arbeitsgruppen
+ 1968/69 Gründung der AGDF als Dachverband mit neun Mitgliedsorganisationen in bewegten Zeiten: Welche Vorgeschichten, welche Erwartungen, welche Friedenskonzepte inspirierten die Gründung?
Gespräch von Dr. Dagmar Pruin (Aktion Sühnezeichen Friedensdienste) mit AGDF-Gründungsmitgliedern.
+ Friedensbewegung 1980er Jahre
Das Schreckensbild eines Atomkrieges in Europa mobilisierte Anfang der 1980er Jahre Millionen zu den Demonstrationen der Friedensbewegung gegen die atomare Nachrüstung. AGDF und Mitgliedsorganisationen übernahmen eine wichtige Rolle bei den zentralen und dezentralen Aktionen der Friedensbewegung. Wir wollen die Erfahrungen dieser friedensbewegten Jahre reflektieren und in Bezug setzen zum heutigen Widerstand gegen Atomwaffen.
Andreas Zumach (Journalist, in den 1980er Jahren maßgeblich beteiligt an der Organisation von Aktionen der Friedensbewegung)
Wolfgang Schlupp-Hauck (Sozialarbeiter, Journalist, engagiert sich seit den 1980er Jahren in Mutlangen)
Philipp Ingenleuf (Netzwerk Friedenskooperative, Koordinator der Kampagne 'Büchel ist überall! atomwaffenfrei. jetzt')
Moderation Jan Stehn (AGDF)
+ Zivile Konfliktbearbeitung war ein neuer Begriff in der Friedensbewegung in den 1990er Jahren. Welche globalen und nationalen Ereignisse und Prozesse haben dazu geführt? Was ist erreicht worden? Was wirkt heute noch?
Bernd Rieche (AGDF)
Reinhard J. Voß (Vorstand Eirene)
19:30 Uhr
Kommentierung der Tagung
Ulrich Frey (ehem. Geschäftsführer der AGDF)
Freitag, 29.3.2919
9:00 Beginn
9:15 Arbeitsgruppen
+ Christliche Friedensarbeit in der DDR und nach 1989
Einstieg mit einem Überblick des Soziologen Dr. Alexander Leistner zu den Akteuren und Entwicklungsphasen der (christlichen) Friedensarbeit in der DDR und der Zeit nach 1989. Im anschließenden Zeitzeug*innen-Gespräch wird dies durch persönliche Erfahrungen vertieft und kritisch diskutiert. In den Blick nehmen wir die Verbindungen zwischen der Friedensarbeit in Ost- und Westdeutschland, deren gegenseitige Wahrnehmung und die Entwicklung von gemeinsamer Friedensarbeit in der Nachwende-Zeit.
Moderation:
Christof Starke (Friedenskreis Halle)
Prof. Dr. Claudia Lepp (Forschungsstelle für Kirchliche Zeitgeschichte)
+ "Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein" (ÖRK 1948) ? Friedensbewegung zwischen Politik und Glaube, Ultima Ratio und Pazifismus
In diesem Workshop geht es um die Wechselwirkungen und den Einfluss von Kirche(n) und Spiritualität auf die (gesamt)deutsche Friedensbewegung. Hierzu nehmen wir drei zeitliche Knotenpunkte in den Blick und gehen auf Spurensuche: Wie war die politischgesellschaftliche Situation und welche Auseinandersetzungen gab es - politisch, innerkirchlich und ökumenisch? Zudem fragen wir nach Ansatzpunkten zum kreativen Weiterdenken für heute und morgen.
Sarah Jäger (Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft e.V.)
Antje Heider-Rottwilm (Church and Peace)
+ Friedensdienst: Entwicklung als Freiwilligendienst und Friedensfachdienst über 50 Jahre
Die Idee eines Friedensdienstes ist eng mit den sog. Historischen Friedenskirchen verbunden - unterschiedliche Initiativen in Deutschland starteten nach den beiden Weltkriegen. Systematisch können mehrmonatige Freiwilligendienste, mehrjährige Fachdienste und kürzere Formate (wie Workcamps) unterschieden werden. In dem Workshop geht es u.a. um die Spannung durch den Anspruch einer politischen Unabhängigkeit und (erheblicher) öffentlicher Förderung, das Verhältnis zwischen Lerndienst und Fachlichkeit, die Rolle der zivilgesellschaftlichen Partner in anderen Ländern sowie erwünschte und unerwünschte Wirkungen.
Jan Gildemeister (Geschäftsführer AGDF)
Reinhard J. Voß (Vorstand Eirene)
12:00 Abschluss Kommentierung der Tagung
Mia Kaluza (Ein Welt Promotorin)
12:30 Ende der Tagung

 

Kirchen in Mitteleuropa über das Epochenjahr 1918. Das Ende des ersten Weltkrieges in den Erinnerungen der protestantischen Kirchen Mitteleuropas

Konferenz am 14. Dezember 2019 in Prag

Die Konferenz wird vom Senat des Parlaments der Tschechischen Republik und der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder veranstaltet. Partner: Evangelische Theologische Fakultät der Karlsuniversität Prag, Ökumenischer Rat der Kirchen in der Tschechischen Republik, Evangelische Kirche in Deutschland,
Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kirchliche Zeitgeschichte.

Programm
Moderation den ganzen Tag: Oliver Engelhardt
09:00 Grußworte
Petr Silar, Vorsitzender der Senatsfraktion der Christdemokraten und Unabhängigen (KDU-CSL a nezávislí)
Daniel Zenatý, Synodalsenior der Evang. Kirche der Böhmischen Brüder, Vorsitzender des Ökumenischen Rates der Kirchen in der Tschechischen Republik, Jirí Mrázek, Dekan der Evang.-theologischen Fakultät der Karlsuniversität Prag, Ulrike Scherf, Stellvertretende Kirchenpräsidentin, Evangelische Kirche in Hessen und Nassau
09:15 Die Kirchen im Erinnerungskonflikt
Peter Morée, Evangelisch-theologische Fakultät Prag
10:00 Diskussion
10:15 Kaffeepause
10:30 Erinnerung an 1918 aus der Sicht von: Österreich - Karl Schwarz
Tschechoslowakei (tschechisch) - Petr Hlavácek
Polen - Filip Lipinski
Moderation: Petr Silar
12:00 Mittagessen

Erinnerung an 1918 aus der Sicht von:
Deutschland - Tim Lorentzen
Tschechoslowakei (slowakisch) - Marián Damankos
Ungarn - Balázs Ódor
Moderation: Siegfried Hermle
14:25 Kaffeepause
14:45 Welche Verständigung wollen wir? Geteilte Prinzipien einer kulturellen Erinnerung.
Podiumsdiskussion
Moderation: Jirí Schneider
Katerina Capková, Gerhard Frey-Reininghaus, Enno Haaks, Petr Pavlovic
16:00 Abschluss
 

Christliche Willkommenskultur? Die Integration von Migranten als Handlungsfeld christlicher Akteure in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Tagung am 29. und 30. November 2018 in München Veranstaltet von der DFG-Forschergruppe "Der Protestantismus in den ethischen Debatten der Bundesrepublik" und der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kirchliche Zeitgeschichte.

Zuwanderungen stellten für die Bundesrepublik und andere europäische Länder eine politische und soziale Herausforderung dar und bargen zugleich Potential für wirtschaftliche, gesellschaftliche und kulturelle Veränderungen. Die langwierigen Integrationsprozesse erfolgten in Gesellschaften, die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts fundamentale Modernisierungs- und Transformationsprozesse durchliefen, die auch das religiöse Feld betrafen. Für die christlichen Konfessionen in den Aufnahmegesellschaften gaben die Zuwanderungen Anlass zu humanitärem Engagement, aber auch zu sozialethischer Stellung-­ und Einflussnahme in den gesellschaftlichen und politischen Aushandlungsprozessen um Teilhabe und Zugehörigkeit von verschiedenen Migrantengruppen. Bei Zuwanderern der eigenen Konfession stellte sich für die Kirchen zugleich die Aufgabe, diese religiös und kirchlich zu integrieren. Auf der Tagung sollen Art und Motive des Beitrags christlicher Akteure, Akteursgruppen und Institutionen zur Integration von Migranten in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts konfessions- und länderübergreifend untersucht werden.

Programm
Donnerstag, 29. November 2018, 13.00 - 18.00 Uhr
Einführung: Claudia Lepp
Sektion 1: Die Integration der Vertriebenen
Moderation: Gisa Bauer
Felix Teuchert
: Der westdeutsche Protestantismus und die Integration der Vertriebenen nach 1945
Markus Stadtrecher: Die Rolle katholischer Netzwerke bei der Integration der Vertriebenen am Beispiel des Bistums Augsburg
Rudolf Leeb: Die Aufnahme der Vertriebenen als Herausforderung und Chance für die evangelische Kirche in Österreich
Romana Fojtová: The involvement of the Evangelical Church in the integration of the Volyn-Czechs and Zelow-Czechs in Czechoslovakia after 1945
Kaffeepause
Sektion 2: Die Integration von Arbeitsmigranten
Moderation: Veronika Albrecht-Birkner
Claudia Lepp
: "Gastarbeiter werden Bürger". Der Beitrag des Protestantismus zu Fragen der Integration von Arbeitsmigranten in der Bundesrepublik Deutschland
Uwe Kaminsky: Die seelsorgerliche Betreuung der griechischen Arbeitsmigranten. Impuls oder Hemmnis im Integrationsprozess?
Norbert Friedrich: Der Traum vom ,besseren Leben'. Koreanische Krankenschwestern in evangelischen Krankenhäusern in Deutschland
Imbiss
Abendvortrag am 29. November 2018, 19.30 Uhr
Arnulf von Scheliha:  "Der Flüchtling ist [.] eine Gabe Gottes an seine Kirche" - Migration und Integration als Thema der protestantischen Sozialethik in Deutschland

Freitag, 30. November 2018, 9.00 - 13.30 Uhr
Sektion 2: Die Integration von Arbeitsmigranten
Moderation: Veronika Albrecht-Birkner
David Rüschenschmidt:
Der christlich-islamische Dialog während der 1970er und 1980er Jahre in Nordrhein-Westfalen
Sektion 3: Die Aufnahme und Integration von ausländischen Flüchtlingen
Moderation: Harry Oelke 
Jonathan Spanos
: Der westdeutsche Protestantismus in den Debatten um die Aufnahme und Anerkennung von politischen Flüchtlingen
Daniel Lenski: Helmut Frenz und die Aufnahme von chilenischen Flüchtlingen in Deutschland
Kaffeepause
Jonathan Pärli: Die ganze Welt zu Tisch. Christlicher Asylaktivismus in der Schweiz und den USA während der 1980er-Jahre
Schlussdiskussion
Moderation: Jonathan Spanos / Claudia Lepp
Kommentar aus Sicht des Zeitzeugen: Jürgen Micksch
Kommentar aus Sicht der Historikerin: Christiane Kuller

Mitteilungen zur Kirchlichen Zeitgeschichte
Titel-2018

Darin: 
Protestantische Auseinandersetzungen mit dem sozialistischen Menschenbild in der DDR
Veronika Albrecht-Birkner 

Die Anti-Baby-Pille und die Kirchen in der Bundesrepublik Deutschland in den 1960er und 1970er Jahren
Gisa Bauer 

"Anfänge neuen Lebens" - Gottesdienste der Anti-AKW-Bewegung
Luise Schramm 

Predigen im KZ - Evangelische Lagerpredigten und ihr Widerstandspotential
Rebecca Scherf 

Die Abkehr vom Konkordat - neue kirchenpolitische Weichenstellungen nach der Eingliederung Österreichs 1938
Gertraud Grünzinger

Inhalt der Mitteilungen zur Kirchlichen Zeitgeschichte 2007 bis 2018


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Publikationsdatum dieser Seite: 2019-01-04