Zum Inhalt der Neuerscheinungen

 

Arbeiten zur Kirchlichen Zeitgeschichte. Reihe A: Quellen Band 21 

Karl-Heinz Fix

Zustimmung – Anpassung –Wider-spruch. Quellen zur Geschichte des bayerischen Protes-tantismus in der Zeit der nationalsozia-listischen Herrschaft

 

 

Mit über 950 Quellen wird ein breites Panorama des bayerischen Protestantismus unter den Bedingungen einer christentumsfeindlichen Diktatur entworfen. Aus den Quellen wird deutlich, weshalb und mit welchen Denkfiguren evangelische Christen die Möglichkeit einer Koexistenz von Kirche und Nationalsozialismus bei gleichzeitiger früher Erfahrung einer konsequent antikirchlichen Politik sehen konnten und welche für Nachgeborene unverständliche Widersprüche aus dieser Position resultierten.
Die Quellensammlung ist weder einseitig auf den sogenannten Kirchenkampf in Bayern noch allein auf das Handeln der Kirchenleitung fixiert. Vielmehr werden in 13 Kapiteln Quellen unterschiedlichster Provenienz (Kirchenleitung, Pfarrer, Laien, Staats- und Parteistellen) zu einer Vielzahl kirchlicher Handlungsfelder, zu theologischen und kirchenpolitischen Debatten, zum kirchlichen Alltagsleben sowie zur Haltung gegenüber dem nationalsozialistischen Staat, seinen Repräsentanten und seinen Handlungen dargeboten.

Der Autor:
Dr. Karl-Heinz Fix ist wissenschaftlicher Angestellter an der Forschungsstelle für Kirchlichen Zeitgeschichte in München.

 

Christentum und
Zeitgeschichte 7

Siegfried Hermle/
Harry Oelke (Hg.):

Kirchliche Zeitgeschichte _evangelisch.
Band 2: Protestantismus und
Nationalsozialismus (1933–1945)

 

Die Geschichte von Kirche und Christentum seit dem Ende des Ersten Weltkrieges rückt als Kirchliche Zeitgeschichte immer mehr in den Fokus des akademischen und öffentlichen Geschichtsinteresses. Im Rahmen einer in vier Bänden konzipierten handbuchartigen Gesamtdarstellung der Kirchlichen Zeitgeschichte bietet dieser zweite Band in zehn Kapiteln (u.a. Politik, Theologie, Bildung, Kultur, Diakonie, Judentum) einen Überblick über die vielfältige und spannungsvolle Beziehung des Protestantismus zum nationalsozialistischen Staat.
Das von fachwissenschaftlichen Expertinnen und Experten anschaulich verfasste Buch bietet eine profunde historische Grundlage und eröffnet Perspektiven für das kirchenhistorische Verstehen des gesamten 20. Jahrhunderts.
Der zweite Band fokussiert das ambivalente und vielfältige Verhältnis der evangelischen Kirche zum nationalsozialistischen Staat in seinem wechselvollen Verlauf.

 

Christentum und Zeitgeschichte 6

Arnold, Oliver

Das Eisenacher »Institut zur Erforschung und Beseitigung des jüdischen Einflusses auf das deutsche kirchliche Leben« 1939–1945

 

Am 6. Mai 1939 wurde mit einem Festakt auf der Wartburg in Eisenach das »Institut zur Erforschung und Beseitigung des jüdischen Einflusses auf das deutsche kirchliche Leben« auf der Grundlage einer Entschließung von elf evangelischen Landeskirchen gegründet. Das Institut war eng mit der Ideologie und Organisation der aus Thüringen stammenden »Kirchenbewegung Deutsche Christen« verbunden. Ziel dieser kirchenpolitischen Bewegung war es, den christlichen Glauben und die Institution der Kirche den Vorgaben der nationalsozialistischen Weltanschauung anzupassen. Die »Forschungsarbeiten« des kirchlichen »Entjudungsinstituts« dienten dazu, die Ausgrenzungs- und Verfolgungspolitik der nationalsozialistischen Machthaber gegenüber den Juden zu unterstützen und den Antisemitismus als Grundpfeiler der nationalsozialistischen Rasseideologie zu legitimieren.


Arbeiten zur Kirchlichen
Zeitgeschichte. Reihe B:
Darstellungen Band 78

Naumann, Martin

„Terrorbrecher Christus“ und IM „Bruder“.
Bischof Hans-Joachim Fränkel (1909-1996)

 

Mit dem Schlesischen Bischof Hans-Joachim Fränkel rückt eine kirchenleitende Persönlichkeit in den Blick, die nur auf den ersten Blick in die zweite Reihe der kirchlichen Amtsträger der DDR-Kirchengeschichte gehörte. Besondere Beachtung verdient Fränkel schon wegen seiner als hartnäckig zu bezeichnenden Kritik an den bestehenden Verhältnissen im SED-Staat. Dies wird besonders an den Zäsuren in der DDR-Kirchengeschichte deutlich, in die Fränkel auf besondere Weise hineingenommen war: 1958 bezeichnete er die Agitationen des Regimes als „Terror“; 1968 sprach er sich deutlich gegen den sozialistischen Charakter der neuen DDR-Verfassung aus. Für den Beginn der 1970er Jahre wird für ihn eine „Wende“ angenommen, die ihn scheinbar vom Regimekritiker zum Zuträger des MfS werden ließ. Die Studie zeichnet diesen Weg der Amtsperson Fränkel nach um zu einer umfassenden Würdigung seiner Person und seines Handelns zu kommen. Zugleich lassen sich in seinem Auftreten und Wirken exemplarisch die Bereiche erkennen, die in der Zeit der DDR von Kirche gestaltet werden konnten.

Der Autor:
Dr. Martin Naumann ist Dozent beim Kirchlichen Fernunterricht der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland in Neudietendorf


Arbeiten zur Kirchlichen Zeitgeschichte. Reihe B: Darstellungen Band 77

Brunner, Benedikt:

Volkskirche.
Zur Geschichte eines evangelischen Grundbegriffs (1918–1960)

Die Arbeit liefert eine Begriffsgeschichte des wohl wichtigsten Identitätskonzepts für den deutschen Protestantismus im 20. Jahrhundert: die Volkskirche. Mit diesem Begriff nahmen die deutschen Protestanten Bestimmungen vor in ihrem Verhältnis zum jeweiligen Staat sowie zur sie umgebenden Gesellschaft. Zugleich bietet die Begriffsgeschichte tiefe Einblicke in die binnenkirchlichen Auseinandersetzungen über das »richtige« Verständnis vom Wesen der Kirche und ihrer Aufgaben. Der Untersuchungszeitraum nimmt seinen Anfang bei der deutschen Revolution von 1918/19 die in ihren Weichenstellungen von kaum zu überschätzender Bedeutung für den weiteren Verlauf der Untersuchung ist, die ihren Endpunkt in der anhebenden Kritik an den volkskirchlichen Strukturen um das Jahr 1960 hat. Nach der Gründung der beiden deutschen Staaten 1949 kann die Arbeit verdeutlichen, wie die unterschiedlichen historischen Rahmenbedingungen der Kirchen sich gerade auch an der Geschichte des Volkskirchenbegriffs ablesen lassen können. Die in der Arbeit untersuchten semantischen Entwicklungen führen zu einem vertieften Verständnis des historischen Orts des Protestantismus in der Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert.

Der Autor:
Dr. Benedikt Brunner ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Leibniz-Institut für Europäische Geschichte in Mainz.


Arbeiten zur Kirchlichen Zeitgeschichte. Reihe B: Darstellungen Band 76

Brauer, Karl:

Für die Freiheit und Unabhängigkeit der Kirche. Eugen Gerstenmaiers religiöse und theologische Entwicklung im Spannungs- und Handlungsfeld von Kirche und Staat bis 1945




















 

 

Wer einen differenzierten Zugang zu Eugen Gerstenmaier erhalten sowie sein Wirken nach 1945 verstehen, einordnen und interpretieren möchte, kommt nicht umhin, die ihn prägendsten Korrelationen seines Seins zu betrachten. Diese Arbeit nimmt sich deshalb Gerstenmaiers religiöser sowie theologischer Genese an und untersucht davon ausgehend sein persönliches Engagement in drei Handlungsbereichen: die studentisch-innerkirchlichen Auseinandersetzungen zwischen 1931 und 1935; die Tätigkeiten für das Kirchliche Außenamt der Deutschen Evangelischen Kirche; sowie den politischen Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Vor dem Hintergrund seines Handelns erschließt sich der Christ und Theologe Gerstenmaier in all seiner Ambivalenz als leidenschaftlicher Kämpfer für die Freiheit und Unabhängigkeit der Kirche gegenüber den staatlichen Ansprüchen und Einflussnahmen in der zeitgeschichtlich bewegten Epoche der deutschen Geschichte bis 1945.

Der Autor:
Dr. Karl Brauer ist Studienreferendar am Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung in Köln.


Arbeiten zur Kirchlichen Zeitgeschichte. Reihe B: Darstellungen Band 75

Lepp, Claudia (Hg.):

Christliche Willkommenskultur?
Die Integration von Migranten als Handlungsfeld christlicher Akteure nach 1945

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



Der Band bringt eine christentumsgeschichtliche Forschungsperspektive in die Migrationsgeschichte ein. Die beteiligten Historiker und Theologen analysieren, warum und wie christliche Akteure und Institutionen zur Integration von Flucht- und Arbeitsmigranten beigetragen haben. Die Aufnahme und Integration von Flüchtlingen, Vertriebenen und Remigranten in der Bundesrepublik Deutschland und der Tschechoslowakei nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs werden ebenso untersucht wie die von Arbeitsmigranten und Asylsuchenden in Westdeutschland und der Schweiz zwischen den 1950er und 90er Jahren. In ihrer Summe zeigen die Fallstudien zur Bundesrepublik erstmals, dass und wie sich die Aufnahme und Integration von Migranten seit Ende des Zweiten Weltkrieges bis heute zu einem neuen nachhaltigen, wenn auch nicht unumstrittenen Diskurs- und Handlungsfeld christlicher Akteure entwickelte. Kirchen und Christen beteiligten sich praktisch und argumentativ, mit materiellen und geistigen Ressourcen an einer Willkommenskultur und vollzogen notwendige Lernprozesse hinsichtlich der gleichberechtigten Teilhabe von Migranten und der positiven Gestaltung von Vielfalt in Kirche und Gesellschaft. Diese Prozesse evozierten aber auch politischen und innerkirchlichen Widerspruch. Für die ökumenische Kooperation auf den verschiedenen Ebenen sowie die Zusammenarbeit christlicher Akteure mit anderen zivilgesellschaftlichen Kräften war das Handlungsfeld indes ein Katalysator.

Inhaltsverzeichnis und Einführung

Die Autorin:
Prof. Dr. Claudia Lepp ist Leiterin der Forschungsstelle für Kirchliche Zeitgeschichte der EKD und apl. Professorin an der LMU München.


Arbeiten zur Kirchlichen Zeitgeschichte. Reihe B: Darstellungen Band 74

Loos, Mirjam:

Gefährliche Metaphern. Auseinandersetzungen deutscher Protestanten mit Kommunismus und Bolschewismus

(1919 bis 1955)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



Die Autorin Loos zeichnet eine mentalitätsgeschichtliche Entwicklungslinie im Protestantismus nach, beleuchtet Positionierungen und Diskurse kirchenhistorisch und analysiert diese sprachwissenschaftlich. Die Autorin zeigt, dass massive Abwehrhaltung und sprachliche Radikalität dabei nur teilweise auf unfreie Kommunikationsstrukturen im totalitären NS-Staat zurückzuführen sind. Evangelische Publikationen, die das bolschewistische „Experiment“ ablehnten und vor kommunistischen Einflüssen in Deutschland warnten, hatten am Ende der Weimarer Republik Hochkonjunktur. Als hochgradig verbindend – sowohl innerhalb des evangelischen Lagers als auch mit nationalsozialistischen Denk- und Sprachmustern – wirkte die Furcht vor der sogenannten „Weltgefahr des Bolschewismus“. Evangelische Autorinnen und Autoren multiplizierten populistische Metaphern, zumeist aus dem Feld der Gefahrenabwehr, die als existentiell empfundene Ängste widerspiegelten. Mirjam Loos zeigt mit Ihrer Untersuchung, wie der Blick für Komplexität durch die kontinuierliche Verwendung solcher Sprachbilder verloren ging und dieser Umstand dazu beitrug, offensichtliches Unrecht im Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion nicht zu erkennen bzw. protestlos hinzunehmen. Nach 1945 entschärften die meisten evangelischen Autoren ihre Rhetorik, Ressentiments wirkten allerdings fort.

Die Autorin:
Dr. theol. Mirjam Loos ist Geschäftsführerin der "Herbert Haag Stiftung für Freiheit in der Kirche" in Luzern.


Arbeiten zur Kirchlichen Zeitgeschichte. Reihe B: Darstellungen Band 73

Bühmann, Henning:

Die Stunde der Volksmission. Rechristianisierungs-
bestrebungen im deutschen Protestantismus
der Zwischenkriegszeit