Laufende Forschungsprojekte

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Hermann Kunst: Berichte zur Lage 1951–1977

Eine kommentierte Auswahledition

Hermann Kunst (1907-1999) war zwischen 1950 und 1977 Bevollmächtigter des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland am Sitz der Bundesregierung in Bonn. Seine Aufgabe bestand darin, die Kirche nach außen zu vertreten und für den Informationsfluss zwischen Ratsmitgliedern, Regierungsorganen, Parteizentralen und den Zentralen tragender gesellschaftlicher Gruppen im In- und Ausland zu sorgen.
In den Lageberichten, die Kunst regelmäßig auf den Ratssitzungen erstattete, ging es darum, dem Rat Informationen aus den genannten Gruppen zu vermitteln, damit die Ratsmitglieder prüfen konnten, ob und wie sich die EKD in aktuelle politische Diskussionen und Konflikte einschalten sollte.
Die vorliegenden 160 Lageberichte sind wegen ihrer schweren Lesbarkeit bislang kaum von der Forschung beachtet worden. Ihre Edition ermöglicht über einen Zeitraum von fast drei Jahrzehnten Einblicke in die Perspektive eines evangelischen Kirchendiplomaten auf die Weltpolitik, die deutsch-deutschen Verhältnisse und die bundesrepublikanische Innenpolitik.
Ziel der Edition ist es, das Wissen über das politische und kirchliche Selbstverständnis der EKD zu vertiefen. Dabei gerät das Verhältnis zwischen EKD und Bundesrepublik, DDR, katholischer Kirche und Außenpolitik in den Blick, aber auch aktuelle innenpolitische Konflikte und Ereignisse wie Linksextremismus, Rücktritt der Regierung Brandt, Wirtschaftskrise, Notstandsgesetzgebung oder die Diskussionen zum § 218.

Bearbeiterin: Dr. Dagmar Pöpping

 

Mitteilungen zur Kirchlichen Zeitgeschichte

Die Zeitschrift beschäftigt sich mit der Entwicklung des deutschen und internationalen Protestantismus im 20. Jahrhundert und somit mit der Genese der Gegenwart und ihren Herausforderungen. Sie enthält Aufsätze, Bibliographien, Forumsbeiträge, Projekt- und Tagungsberichte sowie Nachrichten über zeitgeschichtliche Aktivitäten in den Landeskirchen und andernorts.

Inhalt Heft 16 (2022)

Aufsätze
Kein Platz für Abraham und Mose in Gottes Haus. Die systematische ‚Entjudung‘ der Thüringer Kirchenräume in der NS-Zeit
Michael Weise

Diskrete ‚Entjudung‘. Theorie und Praxis antisemitischer Umgestaltungen von Kirchenräumen am Beispiel der Eisenacher Georgenkirche (1939–1940)
Jochen Birkenmeier

Die Denkschrift „Wehrbeitrag und christliches Gewissen“. Eine Zäsur im Ringen um die protestantische Debattenhoheit in der Wiederbewaffnungsfrage
Hendrik Meyer-Magister

Vom Tübinger Memorandum zu den Ostverträgen: Kirchlich-politische Dissonanzen
Klaus Fitschen

Buchpräsentation
Neue Publikationen zum bayerischen Landesbischof Hans Meiser und zur Geschichte des bayerischen Protestantismus in der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft
Christiane Kuller

Forschungsberichte
Deutsche Christen als „Christen der Zukunft“? Kontinuität und
Diskontinuität des Nationalprotestantismus in Westdeutschland
von 1945 bis in die 1970er Jahre
Marvin Becker

Hermann Dörries (1895–1977) – Ein Kirchenhistoriker im Wandel
der politischen Systeme Deutschlands
Aneke Dornbusch

Westdeutscher Protestantismus und Nahostkonflikt. Eine Untersuchung theologischer und politischer Deutungsmuster 1967–1989
Verena Susanne Mildner-Misz

Gewerkschaften und Kirche im gesellschaftlichen Wandel. Das Verhältnis von gewerkschaftlicher Politik und Protestantismus (1960er bis 1980er Jahre)
Dimitrij Owetschkin

Die „Offene Arbeit“ Thüringer Prägung in der DDR zwischen SED-Staat und Kirche 1968 bis 1989
Christiana Steiner

Tagungsbericht
Martin Niemöller und seine internationale Rezeption – Martin Niemöller and his international reception
Michael Heymel

Nachrichten
Nachrichten aus der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kirchliche Zeitgeschichte
Nachrichten aus Kirchengeschichtlichen Vereinigungen


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Publikationsdatum dieser Seite: Montag, 20. Juni 2022 11:09